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Und wieder kommt der literarische Frühling

Hans Magnus Enzensberger und Denis Scheck beim Literarischen Frühling 2014
Hans Magnus Enzensberger und
Denis Scheck beim Literarischen Frühling 2014

Vom 13. bis 22. April 2018 präsentieren bekannte Autoren ihre Werke beim Literaturfestival in der Heimat der Brüder Grimm

 

Zum siebten Mal findet vom 13. bis 22. April 2018 der Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm statt. Wieder einmal geben sich bekannte Autoren und Schauspieler ein Stelldichein in der Region um den Nationalpark Kellerwald-Edersee im Norden Hessens. „Das neue Programm ist eine Wundertüte mit hochkarätigen Autoren, Schauspielern und originellen Themen“, berichtet die Schriftstellerin und Geschäftsführerin des Romantik Hotels Landhaus Bärenmühle Christiane Kohl. Gemeinsam mit dem Hotel Die Sonne Frankenberg und dem Hotel Schloss Waldeck am Edersee veranstaltet sie das Festival. „Das Themen-Spektrum reicht in diesem Jahr von Karl Marx und den 1968er bis zum Lügenbaron von Münchhausen und der aktuellen Parteienkrise“, erklärt Kohl – „damit nehmen wir aktuelle Impulse auf, reflektieren sie aber auf eine ganz andere Weise als im Tagesgeschäft üblich“.

 

Die Veranstaltungsreihe beginnt am 13. April mit einem Preopening in der Bärenmühle, bei dem die Kusthistorikerin Andrea Linnebach viel Neues über die Entstehung der Münchhausen-Geschichten berichten wird. Die feierliche Eröffnung des Festivals findet am Samstag, dem 14. April, im Hotel Schloss Waldeck mit dem Lyriker Jan Wagner statt. Im Gespräch mit dem bekannten Literatur-Kritiker Denis Scheck stellt der diesjährige Büchner-Preisträger sein neuestes Werk „Selbstportrait mit Bienenschwarm“ vor.

 

Bienen und andere Insekten stehen auch Mittelpunkt, wenn der Frankfurter Theaterkünstler Michael Quast am 19. April in „Metzen Altem Kuhstall“ im Dorf Ellershausen auftritt: „Bzzz, www, rrrr, mmmmh“, lautet der Titel der Veranstaltung, in der Quast gemeinsam mit dem Komponisten Olaf Pyras das aktuelle Insektensterben lautmalerisch zu Gehör bringen wird.

 

Weitere Höhepunkte des Festivals dürften der Auftritt des beliebten Fernseh-Schauspieler Walter Sittler mit einem literarischen Solo über das Leben des Schriftstellers Erich Kästner werden sowie ein Gespräch mit dem früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, einem wichtigen Querdenker der CDU.

 

Unter den weiteren Gästen der einwöchigen Veranstaltungsreihe sind der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube sowie die Autoren Tanja Kinkel, Lilian Loke, Monika Maron, Jürgen Neffe, Hans Pleschinski und Petra Reski. Auch Friedrich Christian Delius, der gemeinsam mit Mario Adorf die Schirmherrschaft über das Festival innehat, ist wieder mit von der Partie, und zwar mit einem Werk, in dem erstmals seine Heimatstadt Korbach vorkommt.

 

Spannend wird es auch in der Reihe „Weltliteratur an authentischen Orten“, wenn der Marburger Theaterintendant und Schauspieler Matthias Faltz in einer szenischen Lesung aus Oscar Wildes Weltbestseller „Das Bildnis des Dorin Gray“ vorträgt, einem Sittenbild der britischen Tory-Gesellschaft, die heute den Brexit vollführt – passend dazu wird englische Küche serviert.

 

Karten für die Veranstaltungen sind über die Internet-Adresse www.Literarischer-Fruehling.de buchbar, außerdem über einschlägige Vorverkaufsstellen in ganz Hessen. Wir laden Sie ein, bei diesem außergewöhnlichen Programm dabei zu sein. Und wir würden uns freuen, Sie während des Festivals in unserem Haus begrüßen zu dürfen – zum Beispiel mit dem Übernachtungs-Arrangement „Poetentage im Lengeltal“. Rufen Sie uns an unter 06455/759040 oder mailen Sie an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

 

 

Das geheimnisvolle Gästebuch

Christiane Kohl - Das Zeugenhaus
Christiane Kohl - Das Zeugenhaus

Zum ZDF-Film „Das Zeugenhaus“ am 24. November 2014

 

Christiane Kohl entdeckte in ihrem Elternhaus, der Bärenmühle, 1980 das Gästebuch einer Nürnberger Villa, in der ab 1945 die Zeugen der NS-Prozesse untergebracht waren. Sie recherchierte die dramatische Geschichte einer historischen Konfrontation und lieferte damit die Vorlage für den ZDF- Film „Das Zeugenhaus“, in dem Iris Berben eine geheimnisvolle Gräfin spielt ...

 

Das Buch war in hellbraunes Leder gebunden. Eine feine Goldlinie umrahmte es, auch der Goldschnitt machte etwas her. Als Bernhard von Kleist es aufblätterte, sah man gleich, dass es ein Gästebuch war. Auf vergilbten Blättern kamen handschriftliche Eintragungen zum Vorschein. Christiane Kohl ahnte damals nicht, dass dieses Buch sie noch um die halbe Welt führen und dass sie daraus den Stoff für zwei Bücher und zwei Filme destillieren würde. Die junge Journalistin war an jenem Abend des 31. August 1980, als der alte Adlige ihr das etwas abgegriffene Album erstmals zeigte, ganz einfach nur fasziniert.

 

Man saß am großen Fenster im alten Mühlenraum der Bärenmühle, ihres Elternhauses, beisammen. Bernhard von Kleist, ein Freund der Familie, der mit im Hause lebte, stammte aus Pommern. Er war Geschäftsmann in Südamerika und Landwirt im Baltikum gewesen und hatte nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Nürnberger Prozessen als Dolmetscher gearbeitet. Aus jener Zeit rührte das Gästebuch. Seine Frau Annemarie hatte es geführt, als sie ein Gästehaus in Nürnberg leitete, dessen Existenz nur wenigen Eingeweihten bekannt war.

 

In diesem Haus in der Novalisstr. 24 hatten die Amerikaner die Zeugen der NS-Prozesse untergebracht – uneinsichtige Anhänger Hitlers ebenso wie Gegner und Opfer des Regimes. Eine Zeitlang lebten sie in diesem Zeugenhaus auf engstem Raum zusammen: Nazi-Chargen wie Hitlers Leibfotograph Heinrich Hoffmann, Mittäter wie der Flugzeug-Konstrukteur Willy Messerschmitt, aber auch ehemalige KZ-Insassen wie die Autoren Eugen Kogon und Robert Havemann. Wie verbrachten sie die Abende, wie kamen sie mit einander aus?

 

Christiane Kohl begann zu recherchieren. In Frankfurt traf sie Robert M. W. Kempner, den Nürnberger Ankläger der USA. In Cleveland/Ohio fand sie die ungarische Gräfin Ingeborg Kalnoky, die das Zeugenhaus 1945 im Auftrag der Amerikaner eröffnet hatte und ebenfalls ein Gästebuch aufbewahrte. Und in Israel befragte sie Verwandte des Nürnberger Schuhgroßhändlers Leo Katzenberger, der 1942 als Jude von drei NS- Richtern wegen „Rassenschande“ zum Tode verurteilt worden war, weil er mit der jungen Fotografin Irene Seiler ein Verhältnis gehabt habe. Irene Seiler und einer der drei Nazi-Richter begegneten sich 1947 im Zeugenhaus...

 

In ihrem 1997 erschienenen Buch „Der Jude und das Mädchen“ rekonstruierte Christiane Kohl das Schicksal Leo Katzenbergers und die Geschichte Irene Seilers – ein dramatisches Stück Alltag in der NS-Zeit, das 2002 wurde es unter dem Titel „Leo und Claire“ verfilmt wurde, mit Michael Degen in der Hauptrolle.

 

Ihr Buch „Das Zeugenhaus“ kam 2005 heraus. Es wurde 2014 unter dem gleichen Titel verfilmt, mit Iris Berben als Gräfin. Das Werk, in dem unter der Regie von Matti Geschonnek in weiteren Rollen auch Matthias Brandt, Tobias Moretti, Udo Samel und Gisela Schneeberger mitwirken, wurde am 24. November um 20:15 Uhr im ZDF gezeigt. Im Anschluss daran wurde in einer Dokumentation der reale historische Hintergrund präsentiert, den Christiane Kohl recherchiert und in ihrem Buch dargestellt hat.

 

Heute leitet die Autorin, die früher für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung tätig war, auch das Landhaus Bärenmühle, das sie im elterlichen Anwesen vor einigen Jahren zusammen mit ihrer Schwester Bettina eingerichtet hat.

 

Hier finden Sie nähere Erläuterungen zum Film. Informieren Sie sich über die Bewohner des Zeugenhauses und das historische Vorbild – von der Autorin persönlich geleitet.
Seit dem 21. November ist auch die DVD „Das Zeugenhaus“ im Handel erhältlich.

 

Links:
ZDF Fernsehfilm „Das Zeugenhaus“
Hier finden Sie das Buch „Das Zeugenhaus“

 

 

 

Zehn Jahre Bärenmühle - das Jubiläumsfest

 Feststimmung im Grünen
Feststimmung im Grünen

Konzert im Hof
Konzert im Hof

 Vierhändig: Prof. Angelika Nebel und Jaqueline Altmann
Vierhändig: Prof. Angelika Nebel
und Jaqueline Altmann

Beste Stimmung beim Abendmenü
Beste Stimmung beim Abendmenü

Warten auf den Einsatz
Warten auf den Einsatz

Geburtstagsfeier mit Gästen und Freunden: ein Chansons-Abend, ein Festmahl, zwei Klassik-Konzerte, ein Tag der Offenen Tür und ein Markt der sieben Sinne - es war ein Landfest der Superlative!


Jahrhunderte lang drehten sich an der Bärenmühle zwei Wasserräder, viele Generationen lang wurde hier Korn gemahlen und Öl geschlagen. Im Sommer 2005 öffnete das historische Mühlengehöft dann seine Pforten als Landhotel. Einige Jahre zuvor hatten Bettina Kohl, Christiane Kohl und Kathrin Poll das Anwesen behutsam zu restaurieren begonnen. Die drei Schwestern wollten ihr Elternhaus, das zwischen Wald und Wiesen im Lengeltal in einem Reich der Stille gelegen ist, erhalten und sinnvoll nutzen.

 

Dann zogen, im Sommer 2005, die ersten Gäste im Landhaus Bärenmühle ein. Und so sollte in diesem Juli das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden – mit Ihnen, den Gästen, Freunden, Nachbarn, Lieferanten und Handwerkern der Bärenmühle.

 

Am Wochenende vom 3. bis 5. Juli 2015 fand das große Jubiläumsfest statt - es war eine "rauschende Ballnacht"...

 

Drei Tagel lang wurde gefeiert, mit Hausgästen, Nachbarn und den Lieferanten der Bärenmühle. Und das war das Festprogramm:

 

Freitag, 3. Juli - Chansons du Village und Pizza-Abend in der Kuchenmühle

 

Ein paar Hundert Meter von der Bärenmühle entfernt liegt die Kuchenmühle. Das alte Mühlengebäude stammt aus dem Biedermeier und ist noch original erhalten. Dazu gibt es ein altes Backhaus, ebenfalls noch im Original erhalten. Hier wurde der Ofen angeheizt und Pizza gebacken, dazu sang Klaus Brill "Chansons du Village", von Brassens bis Degenhardt. Ein unvergesslicher Abend.

 

Samstag, 4. Juli – Konzert und Festmahl: "Klingende Landschaft Lengeltal"


Um 16:00 Uhr Klassik-Konzert „Concerto grosso“ im historischen Hof der Bärenmühle mit einem romantischen Klaviersolo von Prof. Angelika Nebel aus Frankfurt, Schuberts Müllerliedern, vorgetragen von der Sopranistin Angelika Bamber aus Bad Nauheim, und einem Auftritt des Solotrompeters am Kasseler Staatstheater Max Westermann mit seinem Kollegen Eberhard Kübler. Überdies wirkten der Männergesangverein Ellershausen und der Posaunenchor Frankenau mit.

 

Hunderte erlebten das romantische Konzert unter freiem Himmel, eine gelungene Mischung aus Hoch- und Heimatkultur - die "klingenden Landschaften im Lengeltal" waren ein wunderbarer Musikgenuss.

 

Am Abend servierten Küchenchef Stefan Heckmann und das Team der Bärenmühle ein Vier-Gang-Menü mit französischem Esprit – in Erinnerung an die Hugenottin Anna Elisabeth Martron, die anno 1735 in die Bärenmühle einheiratete. Und zwar:


Apéritif – Crémant de Die
Amuse Gueule – Salat mit Hummerkrönchen
Vorspeise – Ravioles du Moulin mit einer Füllung vom Kellerwaldreh
Suppe – Karotten-Orangen-Nage in der Capuccinotasse
Hauptgang – Crépinette vom Burgwaldkalb mit sommerlichem Gemüse
Dessert – Schokoladen-Gâteau mit Himbeer-Sorbet

 

Rund 80 Gäste genossen den herrlichen Sommerabend.


Sonntag, 5. Juli – Tag der Offenen Tür

 

Das Programm begann um 11:30 Uhr mit einem „Concerto Piccolo“: Prof. Angelika Nebel spielte zusammen mit Jacqueline Altmann aus Frankfurt ein vierhändiges Klavier-Solo. Außerdem traten Marlene Siemes und Sebastian Cabezas mit Violoncello und klassischer Gitarre auf.

 

Danach boten die Lieferanten der Bärenmühle auf einem Markt der sieben Sinne all die Produkte an, die in der Bärenmühle verarbeitet werden – unter anderem Käse und Gemüse aus kleinen Öko-Betrieben der Region, Kartoffeln und Fisch, Wein und Bier sowie Brot und Spiele. Es gab gut zu essen und zu trinken, dazu spielte das bekannte Singersongwriter-Duo Wuthe & Faust.

 

 

 



Kultur in der Mühle - natürlich!

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Frank Suplie: „Bubble überm Lengeltal“

Lesen, Lesen, Lesen – aber wie wär’s mit einem guten Essen dazu? In der Bärenmühle lieben wir die Natur und die Kultur gleichermaßen, wir wandern beherzt durch die stillen Wälder, wir diskutieren leidenschaftlich über Literatur, neue Filme wie auch die modernen Künste – und: Wir essen gerne gut! Was liegt da näher, als alles zusammenzuführen? So entstand die Idee vom „Cultur-Club Bärenmühle“, in dessen Rahmen wir nun in unregelmäßigen Abständen Kulturveranstaltungen in der Bärenmühle organisieren.

 

Friedrich Christian Delius, einer der meistgelesenen zeitgenössischen deutschen Autoren der Gegenwart, war der erste Schriftsteller, den wir zum Lese-Dinner in die Bärenmühle baten. Delius stellte sein Buch „Bildnis der Mutter als junge Frau“ vor. Ein ergreifendes Stück deutscher Zeitgeschichte, einerseits großes Zeitbild, andererseits ein Buch von „herzzerbrechender Zärtlichkeit“, wie „Der Spiegel“ urteilte.

 

Jürgen Neffe las in der Bärenmühle aus seinem Buch über den Entdecker der Evolutionstheorie Charles Darwin. Dem Bestseller-Autor Neffe, der vor Jahren durch seine brillante Einstein-Biografie bekannt wurde, ist es gelungen, auf einer Spurensuche das Leben des großen Forschers spannend und zugleich kenntnisreich nachzuvollziehen. Unser Küchenchef brachte das passende Menü zu Darwins Weltreise auf den Tisch: Vom Lengeltal zu den Galapagos-Inseln – ein gelungener Kulturgenuss.

 

Und so ging es weiter: Mittlerweile haben wir ein Literatur-Festival ins Leben gerufen, zuweilen kommen im Sommer befreundete bildende Künstler vorbei, um zwischen Wald und Wiesen ihre Staffelei aufzustellen. Musiker nutzen die Mühle als stillen Ort für anspruchsvolle Proben und im Juni 2013 fand zum ersten Mal ein Kammerkonzert in der Bärenmühle statt. Das Lengeltal mit den fünf historischen Mühlen – es ist eben ein Gesamtkunstwerk der Naturkultur...

 

Berichte über bisherige Veranstaltungen finden Sie unter Presse